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Am Wochenende wurde im Berliner Friedrichstadtpalast zum 62. Mal der deutsche Filmpreis verliehen. Die schönsten Looks sehen Sie in unserer Stilkritik.

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Hinter uns liegt ein durch und durch sonniges und vor Allem warmes Wochenende. Und die Freude kennt keine Grenzen: Morgen haben wir noch einen zusätzlichen Tag zum Entspannen! Vermutlich hast du, wie auch ich, versucht so viel Zeit wie nur möglich draußen zu verbringen. Mein ständiger Begleiter sind nun wieder meine heiß-geliebten Ballerinas. Die sind [...]
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Irgendwie paradox, dieses Geschehen am Roten Teppich des Deutschen Filmpreis. Einerseits takeln sich die Stars und Sternchen stundenlang vor dem Event auf, wenden und winden sich vor den Fotografen, damit jedes Schmuckstück und jede einstudierte Pose auch richtig zur Geltung kommt – andererseits boxen sich die Fotografen am Rande des Roten Teppichs gegenseitig in die Rippen um jeden Zentimeter des ihnen zustehenden Platzes zu bekommen und schreien nicht nur sich gegenseitig, sondern auch die Promis vor ihrer Nase lauthals an.
„Schau nach rechts! Hier, zu mir! Komm einen Schritt nach vorne! Ja, sehr schön!“ oder sogar „Jetzt stell dich doch mal gerade hin, Mensch! Mach deine Haare zur Seite, das sieht ja furchtbar aus!“ sind die Schlachtrufe, die von allen Seiten gegen das Trommelfell prasseln. Da werden nicht nur die kahlen Glatzen der Fotografen von Minute zu Minute schwitziger, sondern auch das noch so selbstbewusste Sternchen ein wenig verunsichert.
Aber auch ich, als einzige Frau unter so viel Fotografen-Testosteron, ließ unbeabsichtigt die Macht meiner Stimme spielen und brachte Julia Dietze ein wenig aus dem Konzept. Schreiend wollte ich von ihr den Namen des Designers ihres Kleides wissen. Zum Glück für mich reagierte sie auch auf meine Rufe, verstand allerdings in dem ganzen Kuddelmuddel nicht was ich von ihr wollte. Also zupfte ich an meinem eigenen Kleid, um ihr zu signalisieren, dass sie den Designernamen fallen lassen sollte. Leider verstand die Arme mein Gezupfe falsch, drehte sich blitzschnell um und fummelte an ihrer Brustpartie herum – sie hatte gedacht etwas an ihrem Kleid sei verrutscht und ich wäre ihr ganz Frauenpower-like zur Hilfe gekommen. Aufgeklärt habe ich das Missverständnis nicht, aber immerhin weiß ich jetzt, wie ich die Damen in ihren hauchdünnen Abendkleidern kurzzeitig aus dem einstudierten Posing-Konzept bringen kann.
Die Garderobe auf dem Roten Teppich war bestimmt durch bodenlange Abendkleider aus meist fließenden Stoffen. Nur selten sah man hautenge Designs, die jedes noch so kleine Pölsterchen verraten. Modelle in Empire-Form schmeicheln dagegen fast jeder Figur, dementsprechend oft wurden diese gewählt. Passend zu den derzeit warmen Temperaturen dominierte bereits die Trendfarbe für den Sommer: Weiß. Alle drei von mir ausgewählten Looks finde ich gelungen. Iris Berben nahm bei den Outfits der etwas älteren Damen wie so häufig die Pole Position ein. Diese Frau sieht übrigens auch aus kürzester Nähe wesentlich frischer aus, als so manch jüngere Schauspielkollegin. Überraschend stand dann auf ein mal Fritzi Haberlandt vor mir, die mich mit ihrer Eigenkreation sowie nettem Grinsen überzeugte. Nach meiner Strichliste war Kaviar Gauche das meist getragene Label, wie man an der wundervollen Kreation der Preisträgerin Alina Levshin sieht, auch völlig zu Recht. Aber auch diesmal gingen einige Outfits in die nicht vorhandene Hose: Jenny Elvers-Elbertzhagen und Natascha Grün konnten bei mir mit ihren Kleidern nicht punkten und auch wenn es derzeit vollkommen im Trend liegt, sind Käppis auf dem Roten Teppich unangebracht.
Vor lauter Modezirkus darf man natürlich die Gewinner des Abends nicht aus den Augen lassen: „And the Lola goes to…“
Milan Peschel – Bester männlicher Hauptdarsteller, Film: Halt auf freier Strecke
Alina Levshin – Beste weibliche Hauptdarstellerin, Film: Kriegerin
Bester Spielfilm – Halt auf freier Strecke, Regie: Andreas Dresen
Bernd Eichinger Preis – Michael „Bully“ Herbig
Alles in allem waren es spannende Stunden am Roten Teppich. Beim nächsten Mal packe ich vorsorglich Ellenbogenschoner ein, mit denen ich die Fotografen neben mir stärker in die Rippen boxen kann, sowie ein Megaphon, damit auch Julia Dietze genau versteht, was ich von ihr wissen möchte. Endfazit ist allerdings eines: Ein Lächeln ist manchmal schöner als jede Robe.
//Cloudy
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